dazwischen
Montag, 28. September 2026

Den Text von gestern abend möchte ich hier lassen, eventuell hilft er wem:

Dieses verrückte Gefühl, wenn die Seele etwas so Schlimmes erlebt hat, dass sie aus dem Körper raus will und von Innen gegen die Haut, die Begrenzung drückt. Umfassend, nicht nur wie eine Blähung im Bauch, sondern jede Faser, jede einzelne Zelle drückt nach Außen.

Um diese Jahreszeit wird es gewesen sein, vor fast dreissig Jahren. Und jetzt erst kann ich es bewußt verarbeiten, also gerade heute, der Zustand, dieser wilde Druck, der keinen Sinn ergibt, wenn man falsch über ihn nachdenkt.

Gestern fünf Stunden lang bitterlich geweint. Den Vogelmann losgelassen, nicht, weil er gesagt hätte ‘vergiss es, is eh ein lächerliches Begehr, deines!’ sondern weil ich dachte, ich kann mich ihm ja gar nicht zumuten, so wie ich bin.

Weil die Seele schon zu pushen begonnen hatte, seit einigen Tagen. Und jetzt streife ich wie eine Gefangen durch meine vier Wände, seit wir vom spazieren zurück sind, finde keinen Ort, keinen Zustand, den ich ertragen kann, länger als zwei Minuten, der Kaffee hält den Geist und Körper wach, fluchschlafen geht auch nicht deswegen, die Augen brennen zu sehr vom Weinen, also ist auch kein Malen, fernsehen oder Video bearbeiten möglich, völlg verzweifelt beschliesse ich, mir die Decke über den Kopf zu ziehen und dann bemerke ich das Gefühl. Das Drängen, den Versuch meines Inneren, davon zu laufen aus dieser erzwungenen körperlichen Erfahrung, die so schrecklich war, dass sie mich damals den Verstand gekostet hatte. Jetzt, fast dreissig Jahre später, kann ich es zuordnen, ich kann es fühlen, ich spüre, was passiert, und es ebbt ab. Ich kann die verletzte Seele halten, ihr zusagen, dass ich mich kümmern werde, dass es ihr gut geht, so ich bei Bewußtsein und Handlungfähigkeit bin. Dass ich es nach bestem Wissen und Gewissen nicht zulassen werde, wieder in so eine Sitatuion zu kommen.

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